Wenn E-Commerce-Brands über Google Ads nachdenken, landen sie schnell bei der Grundsatzfrage: Agentur oder Freelancer? Meist wird sie über den Preis entschieden. Das ist verständlich, aber es ist die falsche Ebene. Der wichtigere Unterschied ist struktureller Natur, und er entscheidet über die Qualität deiner Kampagnen weit mehr als die Rechnung am Monatsende.
Das Pitch-Problem: wen du buchst, wen du bekommst
Im Pitch sitzt bei der Agentur der Geschäftsführer oder der erfahrene Stratege. Kluge Fragen, saubere Slides, überzeugender Auftritt. Du unterschreibst. Und dann übernimmt im Tagesgeschäft oft jemand anderes: ein Junior, ein Werkstudent, ein neuer Account-Manager, der parallel fünfzehn weitere Konten betreut.
Das ist kein böser Wille, sondern das Geschäftsmodell. Erfahrene Leute sind teuer, ihre Zeit wird für Neukundengewinnung und Eskalationen gebraucht. Die Routine läuft über günstigere Kräfte. Für dein Konto heißt das: Du hast Seniorität gekauft und Juniorität bekommen.
Beim Freelancer arbeitet die Person, die du kennengelernt hast, direkt an deinem Konto. Es gibt niemanden dahinter, an den durchgereicht wird.
Wo dein Honorar bei der Agentur hingeht
Ein Teil dessen, was du einer Agentur zahlst, fließt nie in die Arbeit an deinem Konto. Er finanziert die Struktur drumherum: Vertriebsteam, mehrere Management-Ebenen, Büro, Neukunden-Akquise, interne Reportings. Alles legitim, aber für dein Ergebnis irrelevant. Das ist der Agentur-Overhead.
Ein spezialisierter Freelancer hat diesen Apparat nicht. Dadurch landet ein größerer Anteil des Honorars in dem, was tatsächlich zählt: Analyse, Strategie und laufende Steuerung. Nicht, weil Freelancer bessere Menschen wären, sondern weil die Kostenstruktur eine andere ist.
Freelancer und Agentur im direkten Vergleich
- Umsetzung oft durch Junior/Werkstudent
- Kommunikation über Account-Manager
- Overhead für Vertrieb und Struktur inklusive
- Ein Ansprechpartner unter vielen Konten
- Stark, wenn viele Kanäle koordiniert werden
- Umsetzung durch die Person, die du kennst
- Direkte Kommunikation, kurze Wege
- Honorar fließt in Steuerung statt Overhead
- Wenige Konten, tiefer Fokus
- Stark, wenn Google Ads der Hebel ist
Wann welches Modell passt
Fairerweise: Es gibt Situationen, in denen eine Agentur die bessere Wahl ist. Wenn du gleichzeitig Google Ads, Meta, TikTok, SEO und Creative-Produktion aus einer Hand brauchst und ein ganzes Team koordinieren willst, spielt eine gute Agentur ihre Stärke aus. Auch wenn interne Einkaufs- oder Compliance-Prozesse einen großen Dienstleister verlangen, ist sie oft der pragmatische Weg.
Wenn aber Google Ads dein zentraler Wachstumshebel ist und du jemanden willst, der tief in genau diesem Kanal steckt, dein Konto persönlich kennt und auf Profit statt auf Umsatz steuert, dann ist ein spezialisierter Freelancer die direktere Lösung. Wie diese Steuerung konkret aussieht, liest du in POAS statt ROAS und Google Ads profitabel skalieren.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Egal ob Agentur oder Freelancer, diese Fragen trennen die Spreu vom Weizen:
- Wer arbeitet konkret an meinem Konto? Lass dir Name und Erfahrung der Person nennen, nicht des Teams.
- Auf welche Kennzahl wird gesteuert? Wer nur von ROAS und Umsatz spricht, denkt nicht in Gewinn. Frag nach POAS und Deckungsbeitrag.
- Wie sieht das Reporting aus? Ehrliche Berichte zeigen auch, was nicht funktioniert, nicht nur die schönen Zahlen.
- Wie viele Konten betreut die Person parallel? Fokus ist eine begrenzte Ressource.
Am Ende zählt nicht das Etikett „Agentur" oder „Freelancer", sondern wer dein Konto wirklich versteht und konsequent auf dein Ergebnis steuert. Genau das ist die Idee hinter dem Modell Growth Partner: nah dran, spezialisiert, ohne Overhead.
Häufige Fragen
Ist ein Google Ads Freelancer günstiger als eine Agentur?
Wer arbeitet bei einer Agentur wirklich an meinem Konto?
Wann ist eine Agentur die bessere Wahl?
Direkt mit dem, der dein Konto steuert
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